Hue Tour oder ‘Die Gefaehrten’

Dezember 14, 2006

Den naechsten Tag erreiche ich Hue ohne weitere Zwischenfaelle und entschliesse mich eine kleine organisierte Tour zu machen, fuer 2,5$ bekommen wir ein Mittagessen und ein paar Fahrten auf einem Boot zu Graebern damaliger Herrscher. Hier lerne ich einige Leute kennen die in entgegen gesetzter Richtung reisen und ploetzlich tauschen alle Empfehlungen und Visitenkarten ausals waeren sie auf dem Gemuesemarkt. Dabei lerne ich auch ‘die Gefaehrten’ kennen, Oksana, Vierra und spaeter Natascha und Sebastien. Die drei Maedels sind aus Moskau und lauschen und lachen waehrend ich von MiNSK “solid-soviet-machine” und den Pannen erzaehle. Am Abend cruise ich mit einer durch Hue und sie kann sich hoechst persoenlich von den Pannen ueberzeugen … jedoch ist diesmal nicht wirklich MiNSK schuld:

“Luckily you are a engineer”
>> “Yep, just give me a minute”
-1 Minute spaeter-
“uhhhm well, it’s the petrol”
>> “what’s wrong with it?”
“there is none anymore …”

…ja peinlich fuer mich, aber aehm hey um beim Thema zu bleiben: woran denkt man wenn man an Russland denkt ? Ja?
Ich ueberrede also die Russkies Vodka trinken zu gehen, waren zwar viele Worte notwendig aber

ho! ho! ho! sawasche sdarowje !


go south!

Dezember 14, 2006

Der erste Tag, ich habe mir vorgenommen Hue Zu erreichen, die laengste Etappe auf einmal, ca 600km … allerdings gibt es doch immer wieder Orte an denen es sich lohnt anzuhalten, also aender ich meinen Plan und nachdem MiNSK ein paar Probleme macht, hoere ich ganz auf zu planen.
Die Strassen suedlich Hanois sind wesentlich besser trotzdem mehr als 60 km/h ist nicht drin, aber ich bin ja nicht auf der Flucht …
Letzten endes mache ich Halt in Vinh, etwa auf halber Strecke, suche mir einen Platz zum schlafen und gehe essen. Hier lerne ich ein paar vietnamesische Studenten kennen die wirklich kein, GAR KEIN Englisch sprechen! Die Konversation artet also in ein Pantomime-Strichmaennchenzeichnen-”Activity” Abend aus … zum Schluss geben sie mir alle noch ihre E-mail Adressen … bis jetzt habe ich noch keinen Hauch eines Schimmers wie ich denen schreiben soll …


Hanoi

Dezember 14, 2006

Hanoi… ich bleibe zwei Naechte in Hanoi, um MiNSK in Topform zu bringen und ein paar Ersatzteile zu bekommen, ich schaue bei Mr. Cuongs adventure Biking rein und kann nur der allgemeinen Meinung zustimmen: dieser Mann weiss ALLES ueber MiNSKs und kann ohne jegliche Uebertreibung als Gott der MiNSKs bezeichnet werden! Hier treffe ich paar Leute dich sich Motorraeder ausleihen, spaeter wird sich zeigen dass sich unsere Wege wieder kreuzen.
Ich habe mich an die Fahrweise in Vietnam gewoehnt und liebe es!
Es ist die Nacht vor dem Aufbruch Richtung Saigon, ich gehe frueh zu Bett um frueh aufzustehen. Von Mike habe ich mich verabschiedet und nun gibt es nur noch MiNSK und MiCH ….zZZzz


… road to Hanoi

Dezember 4, 2006

wir sind aufgebrochen, gutes Wetter, schlechte Strassen – wieder mit vollem Gepaeck!

Ich habe Werkzeug und Ersatzteile besorgt, mittlerweile kenne ich MiNSK wie meine Westentasche – einige Probleme zwischendrin, aber diese sind schnell repariert, ich bin zwar voller Oel, aber hey “we are on the road again!” wooop!

Schon nach 6 Stunden macht allerdings jemand schlapp … es ist nicht MiNSK, sondern Mike! Ich denke ich muss hier die Hippi-boy Konstitution nicht weiter ausfuehren …

Wir muessen also eine Nacht in einem Trucker-Hotel unterkommen um am naechsten Morgen eine Stunde nach vegetarischen Koernerfrass zu suchen, denn Prinzessin M. hatte schon am Vortag Reis mit Omlett … und zwei Tage nacheinander das gleiche – das geht doch nicht!

Ich ueberlege mir ihn auszusetzen …

Im Ganzen laesst sich die Fahrt nach Hanoi als aufregend beschreiben, die Strassen sind staubig, verwunden und schlecht, gerademal breit genug fuer einen LKW.

Hupen werden in Vietnam generell immer eingesetzt und bedeuten nur “Vorsicht ich komme (um die Ecke)” oder ” mach jetzt keine unvorhersehbaren Manoever, ich ueberhole dich” nicht mehr und nicht weniger.

Jedesmal wenn ich laute LKW Hupen um die Ecke vor mir hoere heisst es also langsamer fahren, runter von der Strasse auf den Rasen und Luft anhalten (Staub und Abgase).

Wegen fehlender Strassenmarkierungen ist es unmoeglich bei Nacht schneller als 30 km/h zu fahren, ausserdem rasen die LKWs hier besonderst ruecksichtslos, weshalb ich mich entschliesse nach Moeglichkeit nicht nachts zu fahren.

Wir naehern uns Hanoi, die Strassen werden schlagartig besser, rechts eine Spur fuer Pferde, Kutschen und Fahrraeder, dann 3 Spuren fuer LKWs, Autos und Motorraeder. Ich bin aufgeregt und fuehle mich zur gleichen Zeit also wuerde ich den lange ersehnten Hafen ansteuern … LAND IN SICHT!


heading Hanoi …

Dezember 4, 2006

… die letzte Nacht verbrachten Mike und ich also mit MiNSK bergauf schieben … nicht gerade das was man mit 40kg Gepaeck & Motorrad machen will vor allem nicht wenn man die physische Hippi-man-power in Betracht zieht. Wir ueberlegten uns schon ernsthaft einfach an der Strasse zu schlafen …

ZaoIch Wache auf, es ist Sonntag, gutes Wetter und ein farbenpraechtiger Markt wartet auf uns. Schnell ist der dunkle Tag vergessen und wir auf dem Markt: man findet hier hauptsaechlich “Red Zao” Minoritaeten, die auf dem Sonntagsmarkt Pferde, Bueffel, Huehner, und alles andere kaufen und verkaufen. 

Ein Huendchen sitzt angebunden im Fahrradkoerbchen – Schlechte idee: aus dem Korb springen … das arme Ding haengt also da und roechelt … als ich ihn entdecke und wieder in den Korb setze ist er erstmal etwas geschockt (ich will damit sagen ich bin ein Held).

Den ganzen Tag verbringe ich damit mein Motorrad zu reparieren bzw. jemanden zu finden der es wieder zum Laufen bringt – klingt einfach, ist es aber ganz und gar nicht … jeder hier nennt sich Mechaniker und hat auch einen Laden, wenn er eine Zuendkerze wechseln und einen Platten flicken kann.

Zuendkerzen sind es wert zu erwaehnen…

Zuendkerzen und Vietnam: Jedes mal wenn MiNSK stehen blieb stehen 11 Vietnamesen um mich herum und brabbeln irgendwas auf Vietnamesisch, ich habe Grund zur Annahme, dass es wohl “check die Zuendkerze man, du kannst es! gogogo!” heissen muss. Denn jedesmal ist ein extrem Begabter dabei der die -Zuendkerze- checkt … und 10 andere Begabte die ihn dabei anfeuern “it’s a team-sport – breaking down is a team-sport!” (Mike) …

Waehrend wir also schieben werden wir immer wieder aufgehalten um MiNSK Zuendkerze zu ueberpruefen - ”zweimal die Stunde”

in Vietnam bedeutet Daumen nach oben und auf die Zuendkerze zeigen: “BITTE UEBERPRUEF MEINE ZUENDKERZE”

wir nehmen also keine Hilfe mehr an und schieben einfach – Leute, ihr seid nett, aber habt keine Ahnung und ich will weiter …

Unser naechster Halt sollte Hanoi sein – eine Herausforderung fuer mich, 40 kg Gepaeck, ein Hippi hinten drauf, sandige, schmale Bergstrassen. Das Ziel Hanoi: voller Motorraeder, Einbahnstrassen, Einbahnstrassen, Einbahnstrassen, ein reger Verkehr der Bangkok in den Schatten einer Spielstrasse stellt. Am naechsten Morgen ist es so weit und es geht los!!!


… die folgenden Tage …

Dezember 3, 2006

Irgendetwas hat Sapa , darum bleibe ich hier mehrere Tage und schaue mir hin und wieder mal was an, aber

hauptsaechliche Geniesse ich die Ruhe, mit Mike haenge ich ein wenig herum.

Ich freunde mich mit dem Guest House Besitzer, Mr. Oei ein zwilichtiger Geschaeftsmann, an und verliebe mich im Vorruebergehen in MiNSK – einem russischen Motorrad … den rest des Tages habe ich dann mit nachdenken verbracht … zuviel spricht gegen den Kauf, also werfe ich eine Muenze, am naechsten Tag gehe ich zum Haendler und kaufe mir das Motorrad. MIIIIIIIIIINNNNNNNNNNNSSSSSSSSSSSKKKKKKKK …..

Der Abschiedsabend, Mr. Oei hat Besuch von Freunden und laedt Mike und mich ein mit ihnen essen zu gehen und Karaoke zu singen … klar sind wir dabei und werden genoetigt zu trinken und trinken … der Abend endet damit dass ich vietnamesische Patrioten songs singe waehrend Bilder von Ho Chi Minh und dem Amerika Krieg vor sich hin flimmern… (wtf ich kann vietnamesisch?!?!) spaeter fragt mich Mr. Oei ob ich noch “wohin gehen” will … verdammt, sehe ich so beduerftig aus ? Naja , er erzaehlt mir Anekdoten von seinen Erfahrungen mit Prostituierten, sehr witzig :D .

Nach 5 Tagen in Sapa entschliesse ich mich mit Mike nach Bac Ha zu fahren, ca. 130 km weit weg und ein kleines Staedlein.

MiNSKWir packen also ALLES auf MiNSK und machen uns auf den weg nach Bac Ha … MiNSK bricht unterwegs zusammen, wir befinden uns Mitten im Nirgendwo, es wird dunkel … es ist Mitternacht als wir in Bac Ha ankommen … ein dunkler Tag in der Geschichte von MiNSK …


Di 17.10.2006

Dezember 3, 2006

Die folgenden Tage in Sapa stellten sich als eher ruhige Tage heraus.

Ich stehe frueh auf um den ganzen Tag zum Trekken zu haben. Mit Karte und Kompass in meiner Hand ziehe ich also los und Trekke zu einem Dorf der Bergstaemme, Reisterrassen wohin das Auge blickt, Wasserbueffel kreuzen Strassen und Wege, Schweine rennen quiekend der Mama hinterher, kleine Huetten ohne Licht und Nichts sind Schulen.

Es ist heiss, meine Schuhe bis zum knoechel voll mit Schlamm und Bueffel pooo … naja egal, ich laufe also weiter und wie das so ohne Fuehrer eben endet laufe ich auf schmalen Wegen durch Reisfelder – nur mit einer Himmelsrichtung als Ziel. Mein Ziel “cau may” einer Rattan-Haenge-Bruecke … nach 5 sehr interessanten Stunden trekken ueberlege ich mir ob “cau may” ein Foto wert ist …

Wieder zurueck im Guesthouse nach einer Dusche und total zerstoert von 10 stunden trekken … fragt mich Mike (Neuseeland), ein Hippi Kerl, ob ich nicht Lust habe Fansipan (der hoechste Berg da) in einer 3 Tagestour zu besteigen … sorry Mike, das war der schlechteste Moment den du dir haettest aussuchen koennen! Die Antwort ist NEIN! NEIN! NEIN! ok, nochmal um es deutlich zu sagen NEEEEEEIIIIN!!!


Mo 16.10.2006

Oktober 20, 2006

Ich komme in Lao Cai an und nach den ueblichen “teuer” Angeboten nehme einen Minibus fuer die restlichen 40 km. In Sapa angekommen werde ich vor einem guesthouse abgesetzt und es springt wieder einer ans Fenster… ich denke mir: bitte nicht schon wieder die Masche, aber als ich 5$ hoere spring ich raus. Alles ist fein und ich schau mir das Nestchen an, sammel meine Infos und Karten, mit dem Plan in ein nah gelegenes Berg Dorf zu gehen. Irgendwo treffe ich dann zufaellig Charlotte aus Bangkok, wie plaudern ein wenig, dann wars dunkel und das Dorf verschoben, Charlotte wieder auf dem weg nach Hanoi.


So. 15.10.2006

Oktober 20, 2006

Aufwachen, Duschen, Essen nach Hanoi fahren. in Hanoi nehm ich den Zug in Richtung einer kleinen Stadt ganz im Norden nahe der chinesischen Grenze. Das Staedtlein wurde von den Franzosen irgendwann mal errichtet und die Sehenswuerdigkeiten versprechen Bergvoelker, tolle trekking Touren und Gemuetlichkeit. Im Zug habe ich einen Hardsleeper, eine Pritsche mit einer Strohmatte drauf, wir sind 6 in einer Kabine und der Ventilator reicht nicht runter bis zu meinem Bett, alle anderen sind Vietnamesen.


Sa 14.10.2006

Oktober 20, 2006

Morgens in einem Bettlaken eingehuellt sein und von Meeresbrise und Sonnenschein geweckt werden waere das nicht was feines ? Ich hatte also einen feinen Morgen, ein sehr gutes Fruehstuck und dann waren wir auch schon auf unserer Zielinsel angekommen: Cat Ba island. Wir sind nur noch 5 Leute, Jeffrey, Jacky, das deutsche Paerchen und ich, der rest ist wieder nach Hanoi gefahren (2 days,1 night Tour).
Der Tagesplan sieht trekken, kajaken, schwimmen vor. Wir werden an einen Berg gefahren, Jacky und das deutsche Paerchen moechten nicht trekken, der Fahrer verlangt allerdings 10 USD um sie ins Hotel zu fahren. “Das ist doch ein ganzer Monatslohn von dem” … klaro, dann kauf ich mir am Besten die ganze Insel, kostet sicher nicht mehr als 50 EUR …
Sie trekken also doch mit, um den Fahrer nicht “gewinnen” zu lassen. Zugegeben, ich hatte mir vom trekken mehr versprochen als einen Bergpfad hoch und wieder runter zu laufen …
Im Hotel hatten wir dann etwas Pause und konnten duschen und uns bisschen Cat Ba anschauen. Was ich ueber Cat Ba sagen kann … es ist einfach eine reine Touri Insel, viele bunte Lichter, Las Vegas fuer Anspruchslose. Ich geh los und kauf mir 2 Flaschen Wasser, ein “creepy” Mann bietet mir eine Massage “beautyful girl” an und reibt sich den Mittelfinger dabei, als ich dankend ablehne, schreit er ueber die ganze Strasse “you can FUCK her one hour, cheap cheap FUCK beautyful girl …” klasse! In der Stunde verbrauch ich sicher meine 2 Flaschen Wasser …
Die Tourimenge schaut also auf irgendwas was ich in meiner unmittelbaren Umgebung befinden muss, aber ich finde nicht heraus was. any idea?

Wie haben also Mittagessen, danach geht es mit einem Boot zum Kajaken, kleine Hausinseln vermieten die dinger. In 2er Truppen paddeln wir los: ueberall kleine ministraende auf den Inseln und niemand drauf. Wir paddeln in eine Bucht und ich stecke eine Fahne in den Sand: MEINSSSSS!
Nach 10 Minuten langweile ich mich und paddel mit meinem Zimmerkollegen Jeffrey los um uns ein bisschen umzuschauen – wir paddeln bisschen aufs offene Meer, und entdecken hinter 3 grossen Felsen den Schoensten aller schoenen Straende. Planschen und wieder zurueck … hmm halt mal, wo sind die Anderen ? Offensichtlich nicht mehr da, und unsere Sachen auch nicht …
Und woher haben wir die Kajaks nochmal ? Ich erinner mich: 2 mal um den Felsen, dann Richtung Zwillingswolke, an dem grossen Fisch vorbei … sie picken uns also dann mit dem grossen Boot auf, Dr. Jekyll sagt kein Wort und die anderen machen Witze. Kurz bevor uns das Land rettet taucht Mr. Hide aus dem Nichts auf und wir hoeren uns eine Standpauke ueber guided Touren an, mein Ohr tut weh.
An Land, alle wieder friedlich, gehts ins Hotel und wir ueberspringen das Tour Essen und fahren mit einem Boetchen auf ein schwimmendes Fischrestaurant. Ich habe die Ehre das Wort der Gerechtigkeit zu sprechen: DER Redsnapper und DER Fisch da muessen sterben. Lecker wars und ich bin vom Wettlauf gegen den Sonnenuntergang echt bettreif… p.s.beim Essen erfahren wir das Tom zurueckfahren wollte, nur die anderen haben sich dann geweigert. ooops


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